Artikelformat

Fragen an Lane Davies, Star vom California Clan

Vor einiger Zeit nahm sich Lane Davies Zeit für die Fans und beantwortete exclusiv Fragen für die französische Webseite der Soap (http://santabarbara-online.com). Nicolas hat mir erlaubt das Interview zu übersetzen und auf meiner Seite zu posten. Doris hat mir dabei geholfen, vielen Dank an sie und Nicolas. Ich bin geschieden.

Zunächst einmal möchte ich Sie bitten uns ein wenig über sich zu erzählen.

Am 31. Juli werde ich 65. Ich habe ein Haus am See am Gebirgsausläufer der Appalachen in Nord Georgia. Nathan ist 21 und geht vielleicht zum Kino oder Fernsehen. Thatcher ist fast 23 und verfolgt einen Abschluss in Biomedizin und Nano-Technologie.

Ich habe immer gedacht, dass insbesondere bei einer langjährigen Rolle, die Persönlichkeit des Schauspielers zum Vorschein kommt. Was glauben Sie, haben Sie in die Rolle von Mason mit eingebracht?

Vermutlich seinen Sinn für Humor. Ich neige dazu einen bitterbösen Humor zu haben.

Wann haben Sie gewusst, dass Sie Schauspieler werden wollten?

Etwa als ich 15 Jahre alt war. Ich spielte in einem Theaterstück in der Highschool, das sehr gut angenommen wurde. Es war die einzige Möglichkeit Aufmerksamkeit zu erlangen, da ich nicht in der Football-Mannschaft war.

Wie starteten Sie Ihre Karriere?

Ich habe wo immer es möglich war Theater gespielt und in New York studiert. Mit Mitte 20 bin ich nach Los Angeles gezogen und am Ball geblieben.

Wie begannen Sie bei „Santa Barbara“?

Ich sprach bei den Autoren und Produzenten vor und dann wurde ein Bildschirmtest durchgeführt. Sie sahen eine Qualität, von der sie dachten, dass sie zu Mason passen würde. (Für Mason war übrigens anfangs der Name Martin vorgesehen…)

lanedavies27

Wie wurde Ihnen Mason zunächst präsentiert? Haben Sie sich vorstellen können, dass er innerhalb kürzester Zeit einer der Charaktere der Serie werden würde?

Er wurde als das schwarze Schaf der Familie umschrieben, ein wenig wie J.R. in „Dallas“. Diese Rollen bieten immer viele Möglichkeiten für einen einfallsreichen Schauspieler.

Im Laufe der Jahre gab es viele Abenteuer für Mason. Welches waren Ihre Lieblingsstorylines und welche mochten Sie überhaupt nicht?

Ich habe es geliebt mit Harley Kozak in der Mason und Mary-Storyline zu arbeiten, obwohl ich nicht immer alle Wendungen mochte. Mary sterben zu lassen war ein großer Fehler. Ich hasste die Lily Light Storyline. Die Sonny Sprockett-Geschichte war absurd, machte aber sehr viel Spaß zu spielen.

20411292

1986 bis 1988 bekamen Sie im Sommer frei, um in Shakespeare-Theaterstücken zu spielen. Wie ist es Ihnen gelungen, diese freie Zeit zu erhalten? Was denken Sie über die Storylines, die Mason’s Abwesenheit in dieser Zeit erklären?

Anfangs war es kein Problem mich gehen zu lassen, da ich mir diverse Gefälligkeiten von den Dobsons verdient hatte. Später musste ich dann nachdrücklich darüber verhandeln. New World TV verstand es nicht, dass ein Schauspieler sein großes Einkommen für ein wesentlich schmaleres aufgeben wollte, nur um Shakespeare zu spielen, aber am Ende willigten sie doch ein. Wie ich schon vorher sagte war es eine dumme Idee, dass man Mary umbrachte, damit ich einen Grund hatte, um die Serie 1987 zu verlassen. Sie hätten einfach sagen können „Mason hatte in letzter Zeit so viel Stress, dass er jetzt für einen Monat nach Hawaii gegangen ist“ oder so etwas in der Art, aber ich denke, dass ist nicht dramatisch genug für eine Soap.

Hat es Ihnen gefallen, Mason 1988 für ein paar Monate zu „vergessen“ und Sonny Sprockett zu spielen? War dieser Rollentausch ein Wunsch von Ihnen?

Sonny war nicht meine Idee, aber dass er ein Südstaatler wurde schon.

Welche Rolle ist Ihrer Meinung nach nicht vertieft genug worden und welche Rolle hätte es gar nicht erst geben müssen?

Ich bat darum Téa Leoni zu behalten, als sie für eine Woche für Tawny Kitaen einsprang. Ich hätte es gerne gesehen, dass die Verantwortlichen Dame Judith Anderson noch mehr eingesetzt hätten – sie war eine Ikone und hätte ein größerer Teil der Serie sein sollen. Außerdem denke ich, dass sie die Beziehung zwischen den Capwell-Kindern etwas mehr hätten ausbauen können.

Mit welchem großen Gesellschaftsthema hätte sich „Santa Barbara“ beschäftigen sollen?

Eine Inzest-Geschichte wäre sicher sehr spannend gewesen, doch die Autoren hatten Angst davor. Ich finde, sie haben viel zu viel Zeit mit Mason’s Alkoholismus verbracht. Gewisse Themen wären bei CNN sicher besser aufgehoben gewesen als bei „Santa Barbara“ – wir hatten eine ironische Haltung gegenüber den Drehbüchern.

Welches waren Ihre männlichen und weiblichen Lieblingsschauspielerpartner?

A Martinez und Jed Allan. Ich hätte gerne mehr mit Todd McKee zu tun gehabt. Harley Kozak bei den Frauen, auch Nancy Grahn, bis unsere Beziehung bergab ging, wie wir in den USA sagen.

Welches sind Ihre besten Erinnerungen an die Serie?

Es sind zu viele um einen Favoriten zu nennen. Es war eine großartige Zeit in meinem Leben – beständig, interessante Arbeit, jede Menge Geld, gute Freunde und eine Art kreative Familie.

Wie sehen Sie die Entwicklung, die „Santa Barbara“ in all den Jahren genommen hat? Welches war der besondere Touch, den die Dobsons „Santa Barbara“ gaben?

Nachdem die Dobsons gingen verschlechterte sich die Serie. Was „Santa Barbara“ von anderen Serien unterschied war der Sinn für Humor und die Show erholte sich niemals richtig vom Ausstieg der Dobsons.

Was führte zu Ihrer Entscheidung „Santa Barbara“ 1989 zu verlassen?

Es war ganz einfach an der Zeit zu gehen. Ich war sehr müde, brauchte neue Herausforderungen und fühlte, dass die Serie ihr Herz verloren hatte.

Welche Storyline für Mason hätte Sie dazu gebracht, doch bei „Santa Barbara“ zu bleiben?

Ich bin mir nicht sicher, dass es eine gegeben hätte. Ich war wirklich bereit dafür zu gehen.

Sind Sie 1990 von den Produzenten kontaktiert worden, um nach dem Ausstieg von Terry Lester wieder als Mason zur Serie zurückzukommen?

Ja, ich hatte ein Abendessen mit dem Produzenten und mir wurde für meine Rückkehr sehr viel Geld angeboten. Aber es war dafür nicht die richtige Zeit – meine Karriere lief gut, ich hatte immer noch Probleme mit der Handlung und war einfach nicht bereit zurückzukommen.

Wenn Sie Mason nicht gespielt hätten, welch anderer Charakter hätte Sie interessiert?

Wahrscheinlich Keith Timmons. Wie ich vorher schon sagte macht es sehr viel Spaß für einen Schauspieler die Bösewichte zu spielen. Justin Deas ist ein erstklassiger Schauspieler und ich habe es geliebt, was er aus seiner Rolle herausholte.

Sind Sie nach Ihrem Ausstieg mit Mitgliedern aus dem Team im Kontakt geblieben? Haben Sie die Serie weiterhin gesehen?

Ich habe die Show nicht mehr weiter gesehen, aber ich bin mit einigen aus dem Team über die Jahre hinweg in Kontakt geblieben. Kürzlich hatte ich auch wieder Kontakt mit Marcy Walker.

marcy-vieille

Sie haben in Soap Operas, Sitcoms, Filmen und natürlich vielen Theaterstücken mitgewirkt. Welche Unterschiede gibt es für Sie als Schauspieler in diesen verschiedenen Arbeiten? Welche bevorzugen Sie?

Der wesentliche Unterschied ist der Zeitfaktor in den Produktionen. Die Arbeit an sich ändert sich nicht so sehr. Das Theater war und wird immer meine 1. Liebe sein.

Ich habe vor ein paar Jahren gelesen, dass Sie in einer russischen Fernsehserie mitgespielt haben. Erzählen Sie uns mehr darüber.

Das war eine tolle Erfahrung, vor allem die Zusammenarbeit mit Rodion Nehapetov, sowohl als Schauspieler als auch Regisseur. Die Serie läuft ab und an noch im russischen Fernsehen. Ich würde gerne noch mehrere Folgen drehen und Zeit in Russland verbringen.

Haben Sie Projekte für dieses Jahr? Gehen Sie im Sommer wieder mit der „Santa Susana Repertory Company“ auf die Theaterbühne?

Ich habe gerade die 2. Saison meines letzten Projekts beendet: http://www.tennesseeshakespearefestival.com

Die „Santa Susana Repertory Company“ gibt es nicht mehr, da inzwischen all meine Theaterarbeit an der Ostküste ist. Meine Rollen im Theater sind Henry Higgins in „My Fair Lady“, Big Daddy in „Die Katze auf dem heißen Blechdach“. Außerdem habe ich eine tolle Rolle in einem Film namens „Elide“, ein Projekt, das von Pier Luigi Bruno geschrieben wurde.

Was würden Sie all den “Santa Barbara” Fans gern sagen?

Ich bin sehr gerührt, geehrt und geschmeichelt, dass weltweit nach all den Jahren immer noch so viele Menschen Mason und seine Kollegen in liebevoller Erinnerung haben.

Mein Dank geht an Tracy von http://www.lane-davies.com , die eine große Hilfe bei der Verwirklichung dieses Interviews war und natürlich an Lane Davies für seine Zeit und Freundlichkeit. Deutsche Übersetzung und Bearbeitung Doris & Kerstin (http://www.californiaclan.de)

Hier ein paar biographische Fakten.
Lane`s Vater war beim Rundfunk tätig und seine Mutter am Theater. Lane hat drei Brüder, die auch alle mit Theater zu tun haben. Auf der Highschool machte er seine ersten Theatererfahrungen und das Publikum war begeistert. Nach dem Abschluss verfolgte er seine Karriere und übersiedelte nach Los Angeles. Nach einigen Auftritten in TV Filmen hatte er sein Filmdebüt in „The Magic of Lassie“. Der Durchbruch kam als er in „Days of Our Lives“ as Dr.Evan Whyland darstellte. Nach zahlreichen Auftritten u.a. in „Santa Barbara“, verließ Lane die Serie auf Grund kreativer Erschöpfung. Er reiste nach Europa und heiratete danach seine Langzeitfreundin Holly. Eine bekannte Rolle, des sehr beschäftigen Stars, war Tempus in „Lois and Clark“. Lane pendelt zwischen L.A. und Georgia hin und her. Er hat 2 Söhne mit Holly, Thatcher Lee and Nathan Hamilton, er ist von Holly inzwischen wieder geschieden.

1 Kommentar

  1. Pingback: Erinnerungen an den California Clan | Ein zweiter Blick

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Current month ye@r day *